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Studierende entwickeln nachhaltige Wasserversorgung für Kamerun

Unsere drei Studierenden Finja Lösing, Jan Schrem und Silas Budde haben sich mit ihrer innovativen Gründungsidee „AKWATECH“ beim Gründungsideenwettbewerb Ostthüringen 2026 am 1. Juli 2026 in Zeulenroda den mit 200 Euro dotierten dritten Platz gesichert.

Alle drei befinden sich im achten Semester des Studiengangs „Umwelttechnik und Entwicklung“ an der EAH Jena und haben bereits jetzt fundierte Auslandserfahrungen im Globalen Süden und praktischer Expertise im Bereich Energie- und Wasserversorgung sammeln können.

Ihre Idee zum Projekt entstand während eines Auslandspraktikums von Finja an der HITAS University in Douala, Kamerun. Dort sollte eine Trinkwasseraufbereitung für ein eisenhaltiges Bohrloch entwickelt werden. Aufgrund finanzieller Engpässe und der komplexen Wasserqualität, mit hohen Eisen- und Ammoniakwerten sowie Bakterienbelastung und niedrigem pH-Wert, war eine Standardlösung nicht tragbar. Gemeinsam mit ihrem Praktikumsbetreuer, Prof. Dr. Paul Engelke, entwickelte Finja einen kostengünstigen Filteransatz mit lokal verfügbaren Materialien, der während einer weiteren Praktikumszeit umgesetzt wurde und sich bewährte.

Aus diesem Projekt entstand die Idee zu „AKWATECH“: eine standardisierte, modulare Low-Tech-Trinkwasseraufbereitungsanlage, die speziell für ländliche Regionen Subsahara-Afrikas konzipiert ist. Die Systeme basieren auf einfachen, lokal verfügbaren Materialien wie 200-Liter-Wassertonnen, Sand, Holzkohle und Kalkstein. Jedes Modul übernimmt eine spezifische Reinigungsfunktion. Je nach Rohwasserprofil können die Module flexibel kombiniert und vor Ort montiert werden. Ein zentrales Merkmal ist das nachhaltige und partizipative Betreibermodell: Wenige Mitglieder der lokalen Gemeinschaft werden intensiv geschult und übernehmen die Instandhaltung, bei entsprechender Entlohnung. So entsteht eine unabhängige, selbst organisierte Wasserversorgung, die ohne externe Wartung auskommt.

Die Anlage wird in Form eines Wasserkiosks betrieben, bei dem die Nutzenden ein geringes, an lokale Verhältnisse angepasstes Entgelt zahlen, um sauberes Trinkwasser abzupumpen. Dies schafft eine nachhaltige Finanzierungsgrundlage und stärkt die lokale Wirtschaft.

„AKWATECH“ wurde bereits durch das Gründungsnetzwerk Thüringen mit der StarTH-Förderung unterstützt, die die Forschung und Entwicklung weiterer Prototypen ermöglicht. Die drei Studierenden präsentierten ihre Idee bereits auf internationalen Messen und Kongressen wie dem AfWASA Congress and Exhibition in Yaoundé (Kamerun) und der IFAT in München, wo sie sich mit Fachleuten austauschten, konstruktives Feedback erhielten und ihr Netzwerk in Afrika und Europa erweitern konnten.

Der dritte Platz beim Gründungsideenwettbewerb Ostthüringen 2026 bedeutet für sie nicht nur Anerkennung, sondern auch zusätzliche Motivation. Aktuell arbeiten das Team an der Bewerbung für eine einjährige Förderung, die ihnen bei der Gründungsvorbereitung und dem Markteintritt helfen soll. Wenn alles gut läuft, planen die drei bereits für das nächste Jahr die Inbetriebnahme einer ersten Pilotanlage – eines Wasserkiosks im Königreich Bandjoun (Kamerun). 

Begleitet wurden die Studierenden an der EAH Jena auch durch André Kabeck vom Gründungsservice, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand. 

Wir sind stolz auf unsere Studierenden und dieses Beispiel praxisnaher, sozial verantwortungsvoller und innovativer Forschung im Rahmen des Studiums.