Mehr als 1.050 Menschen haben sich in diesem Wintersemester für ein Studium an der EAH Jena entschieden. Das sind rund zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Hochschule zählt damit rund 4.300 Studierende, darunter etwa 900 internationale. Eine erfreuliche Entwicklung für die Hochschule und für die Stadt Jena. Denn mit den neuen Studierenden kommen nicht nur frische Ideen in die Hörsäle, sondern auch neue Gesichter in die Stadt, in die Vereine, in die Kulturszene und vielleicht eines Tages in die Unternehmen der Region. Besonders erfolgreich ist der neue Bachelorstudiengang Angewandte Informatik und Künstliche Intelligenz gestartet. Rund 50 Studierende gehören zum ersten Jahrgang. Damit greift die Hochschule ein Thema auf, das längst nicht mehr nur die Wissenschaft beschäftigt, sondern unseren Alltag und die Arbeitswelt verändert.
Für die vorläufige Leiterin der EAH Jena, Prof. Dr. Kristin Mitte, ist die positive Entwicklung der Studienanfängerzahlen deshalb mehr als eine erfreuliche Statistik:
„Über 1.050 neue Studierende sind zunächst einmal 1.050 ganz persönliche Entscheidungen für ein Studium und für Jena. Darüber freue ich mich sehr. Zugleich ist das ein wichtiges Signal für unseren Hochschulstandort. Gerade in Zeiten, in denen vielerorts über sinkende Studierendenzahlen gesprochen wird, zeigt sich, dass Jena für junge Menschen attraktiv bleibt. Mit unserem neuen Studiengang zur Künstlichen Intelligenz greifen wir zudem eine Entwicklung auf, die unsere Gesellschaft in den kommenden Jahren maßgeblich prägen wird. Wir wollen junge Menschen darauf vorbereiten, diese Veränderungen nicht nur mitzuerleben, sondern selbst mitzugestalten.“
Bei der Feierlichen Immatrikulation im Jenaer Volkshaus ging es allerdings nicht nur um Zahlen, Studiengänge und berufliche Perspektiven. Im Mittelpunkt standen vor allem die Menschen, für die mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Viele sind von zu Hause ausgezogen, müssen zum ersten Mal ihren Alltag selbst organisieren und werden in den kommenden Jahren vermutlich mehr lernen, als in irgendeinem Lehrbuch steht. In ihrer Begrüßung erinnerte Mitte deshalb daran, dass ein Studium weit mehr bedeutet als die Vorbereitung auf einen Beruf. Es eröffnet die Freiheit, eigene Interessen zu entdecken, vertraute Überzeugungen infrage zu stellen und herauszufinden, was man selbst erreichen kann. Gerade in einer Zeit, in der Digitale Assistenz Antworten auf beinahe jede Frage liefern kann, komme es darauf an, das eigene Denken nicht aus der Hand zu geben.
Auch Jenas Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche begrüßte die neuen Studierenden in der Stadt. Elvira Babić vom ServiceZentrum Studium und Studienberatung sowie Mark Nützenadel vom Studierendenrat gaben Einblicke in das Hochschulleben.
Auszeichnungen für Menschen, die bereits etwas bewegen
Dass an der EAH Jena nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Neues entwickelt und gesellschaftliche Verantwortung übernommen wird, zeigte die Verleihung mehrerer Preise.
Den Forschungspreis 2026 erhielt die Psychologin Prof. Dr. Nicole Harth für ihre wissenschaftlichen Leistungen, unter anderem zum Einfluss von Gefühlen auf Verhalten im Kontext des Klimawandels. Mit dem Lehrpreis wurde Prof. Dr. Frederik von Harbou ausgezeichnet, der mit seiner Migration and Participation Law Clinic Studierende und Ehrenamtliche zusammenbringt, um Menschen bei Fragen der Bildungs- und Arbeitsmarktintegration zu unterstützen.
Für seine Bachelorarbeit zur hochpräzisen Lichtmessung in mikrofluidischen Biochips erhielt Moritz Bärnt den Preis der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck. Seine Forschung könnte zur Weiterentwicklung moderner medizinischer Diagnostik beitragen.
Stipendien des Förderkreises gingen an die Bachelorstudentinnen Marie-Luise Siegert und Nele Juline Müller als Anerkennung für ihre herausragenden Leistungen. Mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) wurde die internationale Studentin Roberta Frank für ihre hervorragenden Studienleistungen und ihr besonderes Engagement ausgezeichnet.
Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Brass Band BlechKLANG.
Für die neuen Studierenden beginnt nun der Hochschulalltag. Für Jena bedeutet der Semesterstart: mehr als tausend neue Menschen, die hier lernen, leben, Freundschaften schließen und möglicherweise ihre berufliche Zukunft finden. Aus Studienanfängerinnen und Studienanfängern werden in wenigen Jahren Fachkräfte, Forschende, Gründerinnen und Gründer und aus manchen vielleicht Jenaerinnen und Jenaer, die bleiben.