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Jubiläum im Zeichen gesunder Arbeit: 10. Tag der Gesunden Arbeit an der EAH Jena

Anlässlich des 10. Tages der Gesunden Arbeit haben sich am 7. Oktober 2026 rund 130 Akteurinnen und Akteure aus Unternehmen, Wissenschaft und Wirtschaft an der EAH Jena getroffen, um neue fachliche Impulse zu den Themen gesunde Arbeitsbedingungen und Erhalt der Leistungsfähigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt zu erhalten.

Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsprogramms war das Expertengespräch „Höchstleistung und Gesundheitsbalance – Was wir vom Spitzensport für gesunde Arbeit lernen können“ mit dem zweifachen Rodel-Olympiasieger Max Langenhan und dem ehemaligen Tischtennis-Weltranglistenersten Timo Boll. Moderiert von Peter Rüberg, richtete das Gespräch den Blick auf eine Frage, die Spitzensport und Arbeitswelt gleichermaßen beschäftigt: Wie lassen sich hohe Ansprüche und langfristige Leistungsfähigkeit miteinander vereinbaren? Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie Motivation und Zielsetzung, Disziplin und Flexibilität, der Umgang mit Leistungsdruck sowie das richtige Verhältnis von Belastung und Regeneration. Auch die Frage, wie ambitionierte Ziele verfolgt werden können, ohne dass jede einzelne Leistung zum „Alles-oder-nichts-Moment“ wird, gehörte zu den Impulsen des Gesprächs. Von besonderem Interesse war der Bogen zur Arbeitswelt: Welche Prinzipien aus dem Spitzensport können dabei helfen, Motivation und Leistungsfähigkeit im Berufsleben langfristig zu erhalten und welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, anspruchsvolle Ziele mit gesunden Rahmenbedingungen zu verbinden? Damit setzte das Expertengespräch einen bewusst anderen Akzent und zeigte, dass nachhaltige Leistung nicht allein eine Frage des Einsatzes ist, sondern vielmehr von Erholung, einem unterstützenden Umfeld und einem reflektierten Umgang mit den eigenen Grenzen lebt. Was Höchstleistung im Spitzensport auch abseits der Wettkampfbahn bedeutet, zeigte Max Langenhan bereits mit seiner Teilnahme an der Veranstaltung: Noch am frühen Morgen war er direkt aus dem Training im norwegischen Lillehammer nach Jena gereist, um am Expertengespräch teilzunehmen. Unmittelbar danach ging es für ihn zurück nach Lillehammer, wo bereits am nächsten Tag ein Qualifikationsrennen für den Weltcup auf dem Programm stand. 

Einen weiteren fachlichen Schwerpunkt setzte Prof. Wolfgang Sickenberger von der EAH Jena mit seinem Vortrag „Volkskrankheit ‚Trockenes Auge‘ – Auswirkungen im Beruf, Freizeit und Sport“. Damit rückte ein gesundheitliches Thema in den Fokus, das angesichts intensiver Bildschirmnutzung und veränderter Sehgewohnheiten im Arbeitsalltag zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Vortrag sensibilisierte dafür, die Augengesundheit stärker als Bestandteil gesunder Arbeitsbedingungen wahrzunehmen und mögliche Belastungen im beruflichen wie privaten Alltag frühzeitig in den Blick zu nehmen.

Zum zehnjährigen Jubiläum nahm ebenso das Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit eine zentrale Rolle ein. Unter der Frage „10 Jahre Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit – eine Erfolgsgeschichte!?“ diskutierten Franziska Neugebauer von der IHK Ostthüringen zu Gera, Holger Bock von der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest, Benjamin Gümpel von der Märkisches Werk GmbH und Jens Panse von der Universität Erfurt in einer spannenden Podiumsdiskussion. Dabei ging es neben dem Rückblick auf die Entwicklung des Siegels auch um aktuelle und künftige Herausforderungen für gesunde Arbeit. Digitalisierung, Fachkräftemangel, hybride Arbeitsformen und der Einsatz künstlicher Intelligenz standen ebenfalls zur Diskussion sowie die Frage, was es braucht, damit Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) dauerhaft Teil der Organisations- und Unternehmenskultur wird. Die Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag sowie die anschließenden Fragen und Diskussionen mit dem Publikum machten die Podiumsdiskussion besonders praxisnah.

Traditionell findet am Tag der Gesunden Arbeit die Verleihung des Thüringer Siegels für Gesunde Arbeit statt. So auch in diesem Jahr. Mit der Auszeichnung würdigt das Netzwerk Gesunde Arbeit in Thüringen Unternehmen und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes, die sich in besonderer Weise für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und die Gesundheit ihrer Beschäftigten engagieren. Die PFARR Stanztechnik GmbH sowie die Märkisches Werk GmbH am Standort Großbodungen erhielten erstmals die Zertifizierung und wurden jeweils mit dem Thüringer Siegel für Gesunde Arbeit in Bronze ausgezeichnet. 

In die feierliche Siegelvergabe eingebunden war weiterhin die Vergabe des Förderpreises der MERKUR PRIVATBANK KGaA für besonderes Engagement. Uwe Reinhold, Nicole Meier und Rebecca Schwarz überreichten den mit 1000 Euro dotierten Preis an den diesjährigen Gewinner, die PFARR Stanztechnik GmbH. 

Die Preisvergabe ergänzte den Jubiläumsgedanken des Tages: Gute Ansätze sichtbar machen, Erfahrungen weitergeben und andere Organisationen ermutigen, das Thema gesunde Arbeit aktiv und nachhaltig zu gestalten.

Zum Abschluss zog Prof. Dr. Heike Kraußlach von der EAH Jena ein Resümee des Jubiläumstages. „Der 10. Tag der Gesunden Arbeit zeigt, wie stark und effektiv sich das Thema gesunde Arbeit in Thüringen entwickelt hat. Besonders freut mich, dass wir in diesem Jahr mit den beiden Spitzensportlern Max Langenhan und Timo Boll zwei außergewöhnliche Referenten gewinnen konnten, die mit ihren Erfahrungen neue Impulse für die Zukunft der Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen gegeben haben. Es bleibt wichtig, regelmäßig miteinander ins Gespräch zu kommen und den aktiven Austausch weiter auszubauen. Das große Interesse bestärkt uns, das Thema gesunde Arbeit gemeinsam mit den Unternehmen und deren Beschäftigten aktiv weiter nachhaltig voranzubringen.“