50 Jahre nach ihrem Abschluss kehrten 16 Absolventinnen und Absolventen der ehemaligen Ingenieurschule für Wissenschaftlichen Gerätebau Carl Zeiss an den Ort ihrer Ausbildung zurück. Am 2. Oktober 2026 feierten sie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) ihr Abschlussjubiläum im Studiengang „Technische Optik“. Die Feier verband persönliche Erinnerungen mit einem Blick auf die Entwicklung der technischen Optik und ihre Bedeutung für Forschung und Lehre an der EAH Jena.
Ihre Ausbildung absolvierten die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure in den Räumen der Berufsschule im Südwerk des damaligen Carl-Zeiss-Werks auf dem heutigen Campus der EAH Jena sowie in der damaligen Optikerschule, dem heutigen Deutschen Optischen Museum.
Begrüßt wurden die Gäste von Prof. Dr. Frank Dienerowitz, Dekan des Fachbereichs SciTec. Prof. Dr. Maria Dienerowitz, Studiengangsleiterin für „Laser- und Optotechnologien“, gab in ihrem Fachvortrag einen Einblick in die Entwicklung einer kompakten optischen Pinzette im Rahmen des DFG-geförderten Forschungsprojekts TOOLS. Dabei zeigte sie, wie die EAH Jena die Tradition der Entwicklung hochpräziser optischer Instrumente fortführt und aktuelle Forschungsergebnisse unmittelbar in die Lehre einfließen lässt.
Ein besonderer Höhepunkt war die Überreichung Goldener Diplome an die ehemaligen Studierenden. Die Ehrung sorgte für bewegende Momente und bot Anlass, auf die gemeinsame Studienzeit zurückzublicken.
Bei einer anschließenden Campusführung besichtigten die Gäste heutige Studienräume und Labore. Besonders beeindruckt zeigten sie sich vom Labor „Technische Optik“ und von der historischen Ausstellung zur Automatendreherei. Beim gemeinsamen Mittagessen in der Mensa Carl-Zeiss-Promenade tauschten sich die ehemaligen Studierenden über ihre Erinnerungen, die Entwicklung der Technik und ihre individuellen Lebenswege aus.
„Es ist beeindruckend, wie viel von der alten Zeiss-Tradition bis heute erhalten geblieben ist: in den Räumen, in den Lehrinhalten und in der Leidenschaft für Präzision“, sagte Herbert Trümper, Absolvent des Abschlussjahrgangs 1976, der für das Jubiläumstreffen extra aus der Schweiz angereist ist.
Das Archiv der EAH Jena bewahrt zahlreiche Zeugnisse dieser Zeit. Erhalten sind unter anderem das Hauptbuch und historische Stundenpläne. Darin finden sich Fächer, die auch heute noch im Studiengang „Laser- und Optotechnologien“ eine Rolle spielen, darunter „Technische Mechanik“, „Technische Optik“, „Werkstofftechnik“ und „Konstruktion“. Ergänzt wurden sie damals durch Fächer wie „Körpererziehung“, „Kulturtheorie“, „Politische Ökonomie“ und „Wissenschaftlicher Kommunismus“.
Hintergrund:
Die Ingenieurschule für Wissenschaftlichen Gerätebau Carl Zeiss mit Standorten in Jena und Unterwellenborn war eine technische Fachschule der DDR, die bis 1991 vor allem Ingenieurinnen und Ingenieure für die optische, feinmechanische und wissenschaftliche Geräteindustrie ausbildete, insbesondere für den Carl-Zeiss-Betrieb in Jena. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und der langjährigen optischen Expertise des Standorts verbunden.