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Jugendliche aus Lateinamerika erleben Hochschulalltag in Jena

Vom 8. bis 19. Juni 2026 lernen 24 Schülerinnen und Schüler aus Brasilien, Venezuela, Peru und weiteren lateinamerikanischen Ländern den Studienstandort Jena kennen. Die 16- bis 18-Jährigen besuchen Vorlesungen, erkunden die Hochschulstandorte und kommen mit Studierenden ins Gespräch. Begleitet werden sie von Vertreterinnen des Goethe-Instituts São Paulo, das ein langjähriger Partner der Universität Jena ist. Der Aufenthalt ist Teil des DAAD-geförderten Verbundprojekts »Study in Paradise«, mit dem die Universität Jena und die Ernst-Abbe-Hochschule Jena internationale Studieninteressierte frühzeitig erreichen wollen.

Meldung der Universität Jena vom 10. Juni 2026 | Verfasser/in: Ute Schönfelder, Uni Jena

Studienorientierung vor Ort

Wie fühlt sich ein Studium in Deutschland an? Welche Studienmöglichkeiten bietet Jena? Und wie sieht der Alltag in einer Universitätsstadt aus? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des zweiwöchigen Schnupperaufenthalts der Schülerinnen und Schüler.

Zum Programm gehören Vorlesungsbesuche, ein »Studierenden-Speed-Dating« sowie Begegnungen mit Studierenden beider Hochschulen. Außerdem besuchen die Jugendlichen den JenTower und den Botanischen Garten, nehmen an Angeboten des Universitätssports teil und lernen die Mensa als Teil des Hochschulalltags kennen.

»Mit dem Schnupperstudium möchten wir jungen Menschen frühzeitig zeigen, welche Studienmöglichkeiten Jena bietet und wie offen, international und persönlich der Hochschulstandort ist«, sagt Dr. Claudia Hillinger, Leiterin des Internationalen Büros der Uni Jena. »Wer Jena schon vor dem Schulabschluss erlebt, kann eine gut informierte Studienentscheidung treffen – und bleibt im besten Fall langfristig mit uns verbunden.«

Der Aufenthalt ist als Begegnung angelegt: Beim Café International am 17. Juni 2026 ab 20 Uhr im Haus auf der Mauer stellen die Gäste ihre Herkunftsländer mit kurzen Präsentationen und kulinarischen Beiträgen vor. So entsteht ein direkter Austausch mit Studierenden und Angehörigen der Jenaer Hochschulen.

DAAD-Projekt »Study in Paradise«

Zusätzlichen Rückenwind erhält dieses Engagement der beiden Jenaer Hochschulen durch das gemeinsame Verbundprojekt »Study in Paradise«, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird. Von 2026 bis 2028 stehen rund 210.000 Euro zur Verfügung, um die Zusammenarbeit mit deutschen Auslandsschulen und Schulen mit Deutschbezug auszubauen.

Neben Aufenthalten in Jena umfasst das Projekt virtuelle Informationsangebote für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern, digitale Selbstlernformate sowie die Teilnahme an Schul- und Bildungsmessen im Ausland. Außerdem werden Studienstartstipendien für ehemalige Teilnehmende der Schnupperprogramme vergeben. Die aktuelle Bewerbungsrunde für das Wintersemester läuft noch bis Mitte Juli.

Zu den Zielregionen gehören unter anderem Serbien, die Türkei, Slowenien, Usbekistan, Tadschikistan sowie verschiedene Länder Lateinamerikas. Erste Erfolge zeigen sich bereits: Fünf Absolventinnen und Absolventen aus Serbien haben nach einer früheren Förderrunde ein Studium an der Universität Jena aufgenommen.

Jena als internationaler Studienstandort

Mit dem Schnupperstudium und »Study in Paradise« bauen die Universität Jena und die Ernst-Abbe-Hochschule Jena ihre internationalen Netzwerke aus. Die Programme schaffen langfristige Verbindungen zu jungen Menschen, die als künftige Studierende, Fachkräfte und Botschafterinnen und Botschafter für den Studienstandort Jena wirken können.

Gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftebedarfs ist diese Zielgruppe für Hochschulen und Region wertvoll: Wer frühzeitig begleitet wird und bereits sprachliche sowie kulturelle Voraussetzungen mitbringt, kann besonders gut in ein Studium in Deutschland starten.