Teletherapie bei chronischer peripherer Fazialisparese
Die periphere Fazialisparese ist die häufigste Hirnnervenerkrankung. Durch die Lähmung der mimischen Muskulatur stellt sie ein sozial und funktionell sehr einschneidendes und lebensveränderndes Krankheitsereignis dar. Es kann zu einer fehlerhaften Wiederherstellung der Funktionen kommen (Synkinesien), was mit dauerhaften Einschränkungen in der Beweglichkeit verbunden ist.
Teilvorhaben der EAH
Unter Einbezug von Expert_innen (Betroffene und Therapierende) werden zunächst die Anforderungen und Bedarfe an eine Teletherapie erhoben. Anschließend wird ein teletherapiefähiges EMG-Biofeedbackgerät in Kombination mit einem Multikomponentenprogramm (ViThraFace-Intervention) entwickelt und erprobt. Im Rahmen einer randomisierten Pilotstudie wird die Intervention erprobt und gegen ein konventionelles Eigentraining verglichen.
Diese spezialisierte Teletherapie soll zum einen die Versorgung von Patient_innen verbessern. Zum anderen soll sie als Modellprojekt für die Erprobung und kontinuierliche Verbesserung telemedizinischer Interventionen dienen. Es werden Faktoren untersucht, die für eine erfolgreiche Nutzung digitaler Gesundheitsangebote relevant sind, beispielsweise die Anwendbarkeit der Technologie im Alltag sowie die Therapieadhärenz. Auch die Übertragbarkeit auf den Einsatz in ländlichen Regionen oder bei anderen Krankheitsbildern wird geprüft.