Forschung für die zirkuläre Wirtschaft: Neue Professur für ressourceneffiziente Produkt- und Prozessentwicklung
Seit dem 1. April 2026 hat Prof. Dr. Gernot Hochleitner die Stiftungsprofessur inne. Sein Forschungs- und Lehrauftrag zielt auf die nachhaltige Transformation industrieller Produktion ab. Dabei geht es um die Entwicklung innovativer Lösungen für eine ressourceneffiziente Produktentwicklung und Prozessgestaltung mit Fokus auf die Kreislaufwirtschaft, den Einsatz nachhaltiger Kunststoffe und eine digitale Prozessoptimierung.
Ressourceneffizienz als zentrale Innovationsaufgabe
Die zunehmende Verknappung von Rohstoffen, Energie und Arbeitskräften erfordert einen tiefgreifenden Wandel in der industriellen Produktion. Die neue Stiftungsprofessur setzt hier gezielt an: Sie fördert die Entwicklung neuartiger Kunststofffügeverfahren, die eine nachhaltige Rückführung von Materialien in den Produktionskreislauf ermöglichen.
Dabei spielen rezyklierte und biobasierte Polymere, Leichtbau- und Hybridmaterialsysteme sowie reversible Fügeansätze eine zentrale Rolle. Ergänzt werden diese Ansätze durch additive Fertigungsverfahren, die bioinspirierte und biomimetische (Mikro-)Strukturen realisieren – ein Schlüssel für leistungsfähige, innovative Produkte.
Interdisziplinäre Forschung mit Praxisbezug
Die neue Forschungsgruppe „Nachhaltige Kunststofftechnik“ an der EAH Jena verbindet die Bereiche Materialwissenschaft, Produktentwicklung und Fertigungstechnik. Von der materialwissenschaftlichen Analyse über Machbarkeitsstudien bis hin zur Herstellung und Testung von Prototypen und Demonstratoren wird dabei der gesamte Produktlebenszyklus unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten bewertet. „Nachhaltigkeit bedeutet mehr als nur umweltfreundliches Handeln. Sie verlangt gesellschaftliche Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit – drei Säulen, die in Forschung und Lehre der Stiftungsprofessur gleichermaßen berücksichtigt werden“, sagt Prof. Dr. Gernot Hochleitner.
Lehre mit Praxisbezug: Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft
Die Stiftungsprofessur versteht sich als Brücke zwischen Forschung und Industrie. In der Lehre werden externe Partner aus der Wirtschaft aktiv eingebunden, beispielsweise durch Gastvorträge, die Betreuung von Praktika oder gemeinsame Seminararbeiten. So entsteht eine praxis- und problemorientierte Ausbildung, die Fachkräfte hervorbringt, die die Anforderungen an ressourcenschonende und zirkuläre Produktionsprozesse verstehen und umsetzen können.
„Den Wandel zur zirkulären Wirtschaft sehe ich als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, aber auch als eine der größten Chancen für Innovation“, so Prof. Dr. Hochleitner. „Dieser gelingt nur in einem starken, lebendigen Netzwerk aus Industrie und Forschung. Den Aufbau und die Pflege solcher Kooperationen sehe ich als zentrale Aufgabe meiner Professur an.“
Kontakt:
Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Fachbereich SciTec
Prof. Dr. Gernot Hochleitner
E-Mail: Gernot.Hochleitner@eah-jena.de