M. Sc. Annalena Schröder
Annalena Schröder studierte von 2015 bis 2021 Psychologie an der Universität Innsbruck und an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Ab 2021 arbeitete sie als Psychologin in einer stationären Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe und absolviert parallel die Weiterbildung in systemischer Familientherapie und -Beratung. Seit 2023 ist sie im ESF+-Forschungsprojekt „Evaluation des Sozialpädagogischen Teamteaching“ am Fachbereich Sozialwesen der EAH Jena als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt. 2023 begann außerdem ihre Promotion im Rahmen der Schwerpunktprofessur von Prof.in Dr.in Nicole Harth (EAH Jena) in Kooperation mit Prof. Dr. Gerhard Reese (Universität Kaiserslautern-Landau) zu dem Thema „Zukünftige Umweltkrise in virtueller Nähe: Einfluss der kognitiven Verortung des Klimawandels auf emotionale und intergruppale Prozesse“.
(Vorläufiger) Arbeitstitel des Promotionsprojektes | (Preliminary) working title of the dissertation:
Zukünftige Umweltkrise in virtueller Nähe: Einfluss der kognitiven Verortung des Klimawandels auf emotionale und intergruppale Prozesse
Future climate crisis in virtual proximity: Influence of cognitive localisation of climate change on emotional and intergroup processes
Abstract:
Der Klimaforscher Rockström erreichte 2023 mit dem Forschungsergebnis, dass unser Umweltsystem kurz davorsteht, diverse Kippunkte zu überschreiten und damit radikal, negative Auswirkungen auf unseren Planeten zu riskieren, mediale Aufmerksamkeit. Während sich manche Umweltaktivist:innen dafür auf die Straße klebten, wollten manche Autofahrer:innen diese teils gewaltsam von der Straße entfernen (Kehlbach, 2023). Das Narrativ des Klimawandels scheint die Gesellschaft zu spalten. Nach der Construal Level Theory (Lieberman & Trope, 2008) werden Themen wie der Klimawandel auf mentaler Ebene nah oder fern verortet, wodurch sich unterschiedliches Verhalten zeigt (Spence et al., 2012). In dem vorliegenden Promotionsvorhaben wird untersucht, welchen Einfluss die psychologische Distanz zum Klimawandel und dessen positiv- oder negativ-besetzte Vermittlung auf unsere emotionalen und identitätsbezogenen Prozesse hat. Im Rahmen dessen wird fokussiert, welche Regulationsstrategien auf Individualebene (Emotionsregulation) und Gruppenebene (Selbstwertregulation) entstehen und dies in Form von Querschnittsstudien (Between-Subjects und Within-Subjects) untersucht. Die Präsentation von KI- und VR-Technologie generierten Stimuli bietet hierbei den innovativen Vorteil, Botschaften zum Klimawandel möglichst realitätsnah zu gestalten. Die Datenauswertung erfolgt mittels T-Tests für (un)abhängige Stichproben und n-faktoriellen AN(K)OVAs und MAN(K)OVAs. Durch die Verknüpfung zwischen der Darstellung des Klimawandels und den individuellen, emotionalen sowie intergruppalen, identitätsbezogenen Prozessen wird angestrebt, gesellschaftliches Verhalten im Kontext der Klimakrise genauer zu verstehen und Implikationen für die Vermittlung des Themas zu geben.
Abstract:
In 2023, climate scientist Rockström achieved medial attention with his research findings that our enviromental system was on the verge of crossing various tipping points which entails radical, negative consequences für our planet. While some climate activists stuck themselves as a protest to the streets, some drivers wantet to remove them violently (Kehlbach, 2023). The message of climate change seems to divide society. According to construal level theory (Lieberman & Trope, 2008), topics such as climate change could be located near oder far away mentally, resulting in different behavior (Spence et al., 2012). This doctoral project examines the influence of psychological distance to climate change and ist positive or negative valence on emotional and identity-related processes. The focus is on regulatory strategies at the individual level (emotion regulation) and group level (self-esteem regulation), which is investigated with cross-sectional studies (between-subjects and within-subjects). Using stimuli generated by AI and VR technology provides the advantage of creating realistic messages of climate change. Data will be analyzed using (in)dependent sample t-tests, AN(C)OVAs and MAN(C)OVAs. The aim is to unterstand social behavior in context of climate crisis more precisely and to offer implications for communicating the issue, by linking the representation of climate change with individual, emotional and intergroup identity processes.
Keywords:
psychological distance, socio-temporal distance, eco-emotions, climate emotions, emotions, emotion regulation, climate change, self-esteem, in-group, out-group, social identity, virtual reality, artificial intelligence, social transformation
Laufzeit | Duration:
16.11.2023 – 15.11.2026
Förderung | Funding:
Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Doktorandin im Rahmen der Schwerpunktprofessur von Prof.in Dr.in Nicole Harth
Betreuung | Advisors:
- Prof. Dr. Nicole Harth (Ernst-Abbe University of Applied Sciences)
- Prof. Dr. Gerhard Reese (Universität Kaiserslautern-Landau)
Kooperationspartner*innen | Cooperation partners:
- Prof. Dr. Gerhard Reese, Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
- Auswirkung medialer Botschaften und mentale Präsentation des Klimawandels
- Emotionen, soziale Identität und intergruppale Prozesse im Kontext des Klimawandels
- Mechanismen umweltschützenden Verhaltens und sozial-ökologische Transformation
- Wahrnehmung der Beziehung zwischen Menschen, Tier und Natur