Aktuelles
Mit Forschungsfunken – Wo Wissen überspringt ist an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena ein neues Format der Wissenschaftskommunikation gestartet. Der Podcast bringt Forschende aus allen neun Fachbereichen der EAH Jena ins Gespräch und macht Wissenschaft in ihrer ganzen thematischen und persönlichen Vielfalt hörbar – von Gesundheitsversorgung über Medizintechnik bis hin zu Optometrie und weiteren Anwendungsfeldern.
Bereits die ersten drei Folgen zeigen die Bandbreite der Hochschule und geben Einblicke in sehr unterschiedliche Forschungs- und Karrierewege.
Folge 1: Blaulicht & Bildung – vom Rettungsdienst in die Hochschule
In der ersten Folge spricht Prof. Dr. Sebastian Koch über seinen Weg vom Notfallsanitäter in die Wissenschaft und seine Arbeit im Bereich der interdisziplinär vernetzten Gesundheitsversorgung. Dabei wird deutlich, wie eng Praxis und Forschung in der Notfallmedizin verbunden sind.
Die Episode gibt Einblicke in die Ausbildung im Studiengang Rettungswesen/Notfallversorgung an der EAH Jena und zeigt, wie Forschung direkt aus dem Rettungsalltag heraus entsteht – inklusive überraschender und eindrücklicher Praxisgeschichten.
Folge 2: Optometrie in Jena – von Augen, KI und Apfelwein
In dieser Folge geht es um die Zukunft der Augenheilkunde und klinischen Optometrie. Prof. Dr. Tobias Brockmann spricht über Innovationen in der augenärztlichen Versorgung, den Einfluss von Technologie und KI sowie die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Neben fachlichen Einblicken in die Ophthalmotechnologie geht es auch um unerwartete Alltagsmomente im Studium – inklusive Einblicken in studentische Lebenswelten und einer ungewöhnlichen Verbindung von Forschung und Apfelwein.
Folge 3: Forschung mit Herz – Medizinproduktentwicklung in der Medizintechnik
Die dritte Folge widmet sich der Medizintechnik an der EAH Jena. Prof. Dr. Janina Wirth spricht über die Entwicklung und Prüfung moderner Medizinprodukte und darüber, wie Forschung ganz konkret zur Verbesserung medizinischer Versorgung beitragen kann.
Im Mittelpunkt stehen unter anderem Herzimplantate, 3D-Druck-Technologien und die Frage, wie aus wissenschaftlichen Ideen anwendungsnahe Lösungen entstehen. Gleichzeitig erzählt sie von ihrem persönlichen Weg in die Wissenschaft, der ursprünglich so nicht geplant war.
Ausblick
Die ersten drei Folgen zeigen bereits die thematische und fachliche Vielfalt der EAH Jena – von Gesundheitsversorgung und Medizintechnik über Augenheilkunde bis hin zu interdisziplinären Forschungsfragen.
Weitere Folgen von Forschungsfunken – Wo Wissen überspringt erscheinen regelmäßig.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Podcast? Dann kontaktieren Sie uns gerne über forschungsfunken@eah-jena.de
Dieser Podcast wird produziert von Karriereweg Professur an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (KaP@EAH), im Rahmen der Förderrichtlinie FH-Personal, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.
(Foto: Heidi Gumpert)
Ein neues Podcastformat macht Forschung an der EAH Jena hörbar
Wie klingt Forschung? Diese Frage stand am Anfang eines Experiments, aus dem inzwischen ein Podcast geworden ist: Forschungsfunken – Wo Wissen überspringt.
Entwickelt wurde das Format von Janin Pisarek und Moira Stark als neues Angebot der Wissenschaftskommunikation an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. In dem Podcast sprechen sie mit Forschenden aus allen neun Fachbereichen über ihre Arbeit, ihre Ideen und die Wege, die sie in die Wissenschaft geführt haben.
Gemeinsam werfen sie einen Blick auf Forschungsprojekte, aktuelle Herausforderungen sowie die persönlichen Wege und Menschen hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Denn Forschung besteht nicht nur aus Zahlen, Daten und Fachbegriffen. Sie besteht vor allem aus Neugier, Beharrlichkeit, überraschenden Wendungen und persönlichen Beweggründen.
Dabei bietet die Ernst-Abbe-Hochschule Jena jede Menge Stoff für spannende Gespräche: Als Thüringens größte und forschungsstärkste Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) wird hier an Lösungen für die Herausforderungen von morgen gearbeitet. Die Themen reichen von den Fachbereichen Gesundheit und Pflege sowie Medizintechnik und Biotechnologie, über Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik sowie SciTec bis hin zu Betriebswirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen, Sozialwesen und den Grundlagenwissenschaften.
Warum ein Podcast?
Podcasts gehören heute zu den beliebtesten Medienformaten überhaupt; rund ein Drittel der Deutschen hören täglich. Sie ermöglichen es, komplexe Themen niedrigschwellig, persönlich und authentisch zu vermitteln. Menschen hören Podcasts beim Pendeln, beim Sport oder beim Spaziergang – und nehmen sich dabei Zeit für Themen, die in anderen Formaten oft nur oberflächlich oder trocken behandelt werden können.
Die besondere Stärke dieses Formats liegt darin, Forschung Raum zu geben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können erklären, erzählen und reflektieren. Es entstehen Gespräche statt Kurzstatements.
Forschung verständlich machen
„Wissenschaftskommunikation ist heute wichtiger denn je. Forschung beeinflusst unseren Alltag an unzähligen Stellen – gleichzeitig bleiben die Menschen und Geschichten dahinter oft unsichtbar. Mit dem Podcast möchten wir genau diese Perspektive sichtbar beziehungsweise hörbar machen und erzählen“, sagt Janin Pisarek.
Auch Moira Stark sieht im Podcastformat besondere Chancen: „Im Rahmen des Projekts ‚Karriereweg Professur an der EAH Jena‘ und der Förderrichtlinie FH-Personal haben wir die Möglichkeit, neue Formate der Wissenschaftskommunikation an unserer Hochschule auszuprobieren. Der Podcast war zunächst ein Experiment. Umso schöner ist es zu sehen, wie offen unsere Gäste ihre Erfahrungen teilen und wie lebendig Forschung in diesen Gesprächen wird.“
Beide Perspektiven zeigen, dass das Format Wissenschaftskommunikation an der EAH Jena in einem dialogorientierten und weiterentwickelbaren Podcastansatz umsetzt.
Die Menschen hinter dem Mikrofon
Hinter Forschungsfunken stehen Moira Stark und Janin Pisarek. Die Idee zum Podcast entstand aus dem Wunsch, die Wissenschaftskommunikation an der EAH Jena um ein persönliches Format zu erweitern. Seitdem verantworten sie das Format gemeinsam – von der Idee und Konzeption über die Themenentwicklung, die Auswahl der Gäste und die redaktionelle Vorbereitung bis hin zu Moderation, Produktion und Umsetzung. Beide arbeiten als Projektkoordinatorinnen und Wissenschaftskommunikatorinnen im Projekt „Karriereweg Professur an der EAH Jena“.
Moira Stark bringt ihre Perspektive als Molekularbiologin ein, Janin Pisarek ihre Expertise aus der empirischen Kulturwissenschaft und der Erzählforschung. Beide verbindet die Überzeugung, dass Forschung nicht nur durch ihre Ergebnisse, sondern auch durch die Menschen dahinter spannend wird – und dass gute Wissenschaft eine offene und verständliche Kommunikation braucht.
Und wie geht es weiter?
Die ersten Folgen sind bereits online, weitere Gespräche mit Forschenden der EAH Jena sind in Vorbereitung.
Das Ziel bleibt dabei unverändert: Wissenschaft zugänglich machen, Einblicke hinter die Kulissen geben und Menschen für Forschung begeistern.
Oder, um es mit dem Podcast-Motto zu sagen:
Wir hoffen, dass der Funke überspringt.
Forschungsfunken – Wo Wissen überspringt ist der Podcast für Wissenschaftskommunikation der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena). Forschende aus allen neun Fachbereichen der EAH Jena sprechen über ihre Forschung, ihre Karrierewege und aktuelle Projekte. Ziel des Formats ist es, Wissenschaft verständlich, persönlich und praxisnah zu vermitteln und Einblicke in die Forschungslandschaft der EAH Jena zu geben.
Dieser Podcast wird produziert von Karriereweg Professur an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (KaP@EAH), im Rahmen der Förderrichtlinie FH-Personal, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft.
Kontakt
Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Podcast? Dann kontaktieren Sie uns gerne über forschungsfunken@eah-jena.de
Susann Detko wurde für ihr Forschungsvorhaben mit dem Titel „Integration trotz Duldung“ mit dem „Summer School-Preis für Wissenschaftler:innen in Qualifizierungsphasen“ in Höhe von 250 € während der Summer School 2023 von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) ausgezeichnet. Überreicht wurde der Preis von der Vorsitzenden der DGfE Frau Prof. Dr. Anja Tervooren.
Frau Detko ist Doktorandin am Fachbereich Sozialwesen an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena/Justus-Liebig-Universität Gießen, unterstützt im Rahmen unseres Projektes „PüDE – Promovieren über Dreißig“.
In der Laudatio wurde betont:
„Frau Detko führt in ihrer qualitativ-empirischen Arbeit Untersuchungen zur gesellschaftlichen Integration junger Erwachsener durch, die nach ihrer Flucht nach Deutschland den aufenthaltsrechtlichen Status der Duldung innehaben. […]
Die damit verbundenen methodischen und forschungspraktischen Herausforderungen machen die Studie zu einem äußerst anspruchsvollen Forschungsprojekt, das von Frau Detko in ihrer Einreichung überzeugend und schlüssig präsentiert wurde.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die Jury/DGfE (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft) auch den Mut der Forscherin, sich diesen Herausforderungen zu stellen und somit die Aufmerksamkeit auf eine besonders gefährdete Gruppe zu lenken.“
Wir gratulieren herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung und wünschen Frau Detko weiterhin viel Erfolg bei ihrer Forschungsarbeit!
(Quelle: Pressestelle EAH, Jena)
Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena fürchtet einen Standortnachteil für Hochschulen der Angewandten Wissenschaften in Thüringen: Während andere Bundesländer diesen Einrichtungen das Promotionsrecht zubilligen, fehle diese Zukunftsoption in Thüringen. Derzeit können Studierende an den Hochschulen der Angewandten Wissenschaften nur einen Doktortitel erlangen, wenn ein Kooperationspartner an einer Universität gefunden wird. „Mit dieser Regelung werden wir abgehängt“, sagt die Vizepräsidentin der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, Kristin Mitte. Das schrecke nicht nur Studierende ab, sondern erschwere auch Berufungsverhandlungen mit Hochschullehrern. Die Hälfte der Länder will forschungsstarken Bereichen ein Promotionsrecht einräumen, darunter Hessen, Sachsen-Anhalt oder Bayern. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sehen ein zentrales Promotionsrecht der Hochschulen im Verbund vor. Schleswig-Holstein und Sachsen planen ein zentrales Promotionsrecht zwischen Unis und angewandten Hochschulen im Verbund. Thüringen gehört zu nur vier Bundesländern, die sich bislang nicht platziert haben. Das Thüringer Wissenschaftsministerium sieht die kooperative Promotion als Königsweg, wie Ministeriumssprecher Stephan Krauß sagt. Thüringen habe hierfür mit der Novellierung des Hochschulgesetzes auch bestehende Hürden bei der gleichberechtigten Mitwirkung von Fachhochschul-Professorinnen und Professoren abgebaut. Die Zahl kooperativer Promotionen sei kontinuierlich angestiegen, von 37 im Jahr 2018 auf 72 im Jahr 2021. Die Vizepräsidentin der Ernst-Abbe-Hochschule Jena berichtet aber von hohem Aufwand bei der kooperativen Promotion. Man befände sich in der Position eines Bittstellers, Betreuer an den Universitäten zu finden. „Die Kollegen sind mit eigenen Promovierenden gut ausgelastet“, sagt sie. Gerade in einem Land wie Thüringen mit vielen klein- und mittelständischen Unternehmen seien anwendungsorientierte Promotionen sehr gefragt. Universitäten mit dem Anspruch, in der Grundlagenwissenschaft zu forschen, könnten den Bedarf nicht abdecken.
Die Professorin im Fachbereich Sozialwesen befürwortet das Modell, forschungsstarken Fachbereichen das Promotionsrecht einzuräumen. Kriterien könnten die Zahl der Publikationen und die eingeworbenen Drittmittel sein. „Der Evaluationsprozess stellt sicher, dass es keine Promotion zweiter Klasse wird“, sagt sie unter Verweis auf deutschlandweit Platz neun ihrer Hochschule im Forschungsatlas und eingeworbene zehn Millionen Euro Drittmittel pro Jahr. Neuen Ansätzen steht das Ministerium durchaus offen gegenüber. „Wir haben das Modell eines hochschulübergreifenden, thüringenweiten Graduiertenkollegs vorgeschlagen, unter dessen Dach Promotionen betreut und die entsprechenden Verfahren durchgeführt werden könnten“, sagt Krauß. Das Kolleg könnte perspektivisch das Promotionsrecht erhalten. „Dies würde die Zusammenarbeit zwischen beiden Hochschultypen auf eine neue institutionelle Ebene heben und gemeinsame Promotionsverfahren zusätzlich erleichtern.“ Allerdings: Frühestens in der nächsten Legislatur solle die Initiative für ein solches Modell starten. Wie groß das Interesse ist, sieht die Ernst-Abbe-Hochschule Jena beim Projekt „Promovieren über 30“. Die Kandidaten, die bereits im Berufsleben standen, erhalten eine Vollzeitstelle und sollen als Hochschullehrer entwickelt werden. Unter 70 Bewerbungen auf die vier Stellen waren gar über 60-Jährige.
(Tino Zippel, OTZ, TLZ 30.01.2023)
Neue Website zum Projekt ist online:
Über Umweg zum Professoren-Titel: Wie in Jena auch Quereinsteiger eine Chance bekommen
Die Ernst-Abbe-Hochschule in Jena hat ein Programm gestartet, um Menschen über 30 den Weg zu einer Professoren-Stelle zu ebnen. Diese Voraussetzungen müssen Bewerber erfüllen.
(OTZ, TA, TLZ 06.01.2022)
Zur Webseite: https://idw-online.de/de/news766338