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Themen der Raumfahrt an unserem Fachbereich

Raumfahrtelektronik als Lehr-/Forschungs-/Transferthema

Die Raumfahrtelektronik ist seit 2013 ein zentraler Schwerpunkt des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik der EAH Jena in Lehre, Forschung und Transfer, von Beginn an in enger Kooperation mit der JenaOptronik GmbH. Die Vertiefungsrichtung „Raumfahrtelektronik“ im Masterstudiengang Elektrotechnik/Informationstechnik ist die einzige ihrer Art in Deutschland: Während Raumfahrt an den meisten Hochschulen/Universitäten historisch im Maschinenwesen verortet ist, verbindet die EAH elektronisches und informationstechnisches Wissen gezielt mit vertieften Kenntnissen über Raumfahrtsysteme. Eine seltene Kombination, welche nicht nur die wachsende New-Space-Branche nachfragt.
Unsere Forschungsaktivitäten im Bereich Raumfahrtelektronik beschäftigen sich mit dem Einfluss der kosmischen Strahlung auf Elektronik. In diesem Bereich gab es mehrere vom DLR Raumfahrmanagement geförderte Forschungsprojekte, aus denen bis jetzt zwei erfolgreiche Promotionen hervorgingen. 

Beitrag der EAH Jena an der NASA Mission ARTEMIS II: Projekt SELDOM

Im Rahmen der im April 2026 startenden NASA Mission ARTEMIS II fliegen zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder Menschen Richtung Mond. Neben dem Raumschiff ORION mit dem europäischen Servicemodul fliegt im oberen Teil der Rakete der Nanosatellit TACHELES der Berliner Firma NeuroSpace GmbH mit, der in einer hohen Umlaufbahn um die Erde ausgesetzt wird. In diesem Satelliten fliegt als Nutzlast eine Elektronik, die von Studierenden der EAH Jena im Projekt SELDOM entwickelt wurde. Sie baut auf den Ergebnissen der oben erwähnten Forschungsprojekte auf und dient der Erforschung des Einflusses kosmischer Strahlung auf Weltraumelektronik.

Die EAH Jena ist die einzige Hochschule für angewandte Wissenschaft mit einem Beitrag für die NASA ARTEMIS II Mission.

Internationalisierung

Wir unterhalten seit 2016 neben unserem nationalen Netzwerk internationale Kontakte auf dem Gebiet der Raumfahrtelektronik, insbesondere mit dem brasilianischen nationalen Raumfahrtforschungsinstitut INPE in São José dos Campos. Hier werden Projekte zur Nano-Satellitengestützten („CubeSat“) Überwachung von Gewittern durchgeführt u.a. auch mit regem Studierendenaustausch und Austausch von Wissenschaftlern. 

Der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik plant die Einrichtung eines Doppel-Masterprogramms „Space Engineering“ in Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Weltraumforschungsinstitut INPE. Hier können Studierende gleichzeitig beide Masterabschlüsse, des INPE und der EAH Jena, erwerben.

Studentische Aktivitäten an der EAH Jena / Verein VESPE e.V.

Aus den Inhalten der raumfahrtbezogenen Lehrveranstaltungen entwickeln sich immer wieder studentische Projektaktivitäten an der EAH Jena, insbesondere in dem deutsch-schwedischen und vom DLR geförderten REXUS/BEXUS Programm. Dieses kompetitive Programm ermöglicht es Studierenden aus allen ESA Mitgliedsstaaten, betreut durch Raumfahrtingenieure der ESA, des DLR sowie der Swedish Space Corporation, eigene Experimente auf Höhenforschungsraketen und -ballons fliegen zu lassen. Hier haben Studierende der EAH seit 2013 bis jetzt an insgesamt 5 Experimenten teilgenommen.

Studierende haben, basierend auf den Ergebnissen der oben beschriebenen Promotionen die Nutzlast für den Satelliten TACHELES entwickelt und gebaut, der mit der ARTEMIS II Mission der NASA fliegt. 

Um diese vielen studentischen Aktivitäten zu verstetigen, zu unterstützen und sich über die Landesgrenzen hinweg zu vernetzen haben die Studierenden die studentische Raumfahrt im Verein VESPE institutionalisiert. VESPE ist damit ein Beispiel dafür, wie akademische Strukturen Talente binden und den Grundstein für spätere Ausgründungen legen.

Chronologische Auflistung der Raumfahrt-relevanten Entwicklungen an der EAH Jena

2013: Einrichtung des Masterstudiengangs / der späteren Vertiefungsrichtung im
Masterstudiengang Elektrotechnik/Informationstechnik „Raumfahrtelektronik“

seit 2013 Teilnahme von Studierenden der EAH Jena an REXUS/BEXUS Kampagnen mit insgesamt 5 Experimenten. 

2014: vom DLR-Raumfahrtmanagement gefördertes Forschungsprojekt zur Untersuchung der Nutzung von nicht speziell für den Raumfahrtbereich entwickelter Elektronik und Sensorik in der Raumfahrt (RAKS (FKZ 50RM1410))

seit 2016: Kooperation mit dem brasilianischen Raumfahrtinstitut INPE u.a. zur nanosatelliten-gestützten Beobachtung von Gewittern aus dem Weltall

seit 2017: durchgehend vom DLR-Raumfahrtmanagement gefördertes Projekt zur Erforschung der Möglichkeiten, Elektronik zerstörende Effekte kosmischer Strahlung mit Hilfe von Lasern zu untersuchen. (LUNTE (FKZ 50PS1704), LUNTE2 (FKZ 50PS2105), LUNTE3 (FKZ 50PS2502)) 

seit 2021: Entwicklungen für die Forschung unter Schwerelosigkeit an der EAH Jena, die unter anderem für die Raumfahrtmedizin optimiert wurden

Zusammenfassung

Die EAH Jena, die den einzigen Studiengang in Deutschland anbietet, der sich speziell auf „Raumfahrtelektronik“ vertieft, ist ein Ort, an dem studentische Raumfahrtprojekte und angewandte Forschung unter einem Dach zusammenkommen: ein Ökosystem, das Talente bindet und Ausgründungen fördert.