Projektvorhaben und Zielstellung
Die Gesundheitsberufe in Deutschland stehen vor erheblichen Herausforderungen: Der demografische Wandel führt zu einer alternden Bevölkerung und damit zu einer höheren Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen in komplexeren Versorgungssituationen. Die Anforderungen an die Qualität der Ausbildung wachsen damit stetig und setzen Entwicklungen voraus:
- Gesundheitsberufe sollen zunehmend akademisiert werden und eine wissenschaftliche Qualifikation integrieren, um evidenzbasierte Ansätze in die Praxis zu übersetzen und so die anspruchsvolleren Szenarien erfolgreich bewältigen.
- Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen regelmäßig neue Standards für die akademische Ausbildung und erfordern damit eine Anpassung der Studienstrukturen und -inhalte.
- Um eine umfassende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherzustellen, ist die Förderung interprofessioneller Zusammenarbeit entscheidend.
- Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen geht mit vielen Neuerungen einher, die entsprechenden Anwendungskompetenzen erfordern. Dazu gehört unter anderem eine sinnvolle Integration von Telemedizin, digitaler Gesundheitsanwendungen sowie ein geschulter Umgang mit künstlicher Intelligenz.
Gesundheitsberufe an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
Der 2014 gegründete Fachbereich Gesundheit und Pflege bietet an der Ernst-Abbe-Hochschule Raum für die akademische Ausbildung von Gesundheitsberufen – er ist damit der einzige Standort in Thüringen und einer von wenigen bundesweiten Einrichtungen, an dem ein primärqualifizierender Bachelorstudiengang absolviert werden kann. Die Studierenden der Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Hebammenwissenschaft/Midwifery und Rettungswesen und Notfallversorgung lernen am Fachbereich über ihre eigene Fachdisziplin hinaus und entwickeln damit eine interprofessionelle Berufskompetenz. Diese wird insbesondere auch praktisch im Jahr 2023 eröffneten und hochmodernen SkillsLab erlernt, in dem unter geschützten Laborbedingungen regelmäßig realitätsnahe Simulationstrainings stattfinden.
Ziele und Methodik
„VISION – Vernetzte Interprofessionelle Strukturen und Innovative Organisation für ein modernes Nachhaltiges Gesundheitswesen“ verfolgt vor allem die umfassende Neustrukturierung und Vereinheitlichung der akademischen Ausbildung der Gesundheitsberufe am Fachbereich. Praxisorientiert, interprofessionell und strukturiert stellt die Ernst-Abbe-Hochschule Jena eine Pionierrolle für die Weiterentwicklung einer noch jungen Disziplin der Gesundheitsberufe dar und steigert damit erheblich ihre Attraktivität für Studieninteressierte.
Projektorganisation:
Die strategische Steuerung erfolgt durch einen Lenkungskreis, der aus dem Dekanat des Fachbereichs, dem Vizepräsidenten für Studium und Lehre sowie den Leiterinnen der Abteilungen Hochschulentwicklung/Qualitätsmanagement und Hochschuldidaktik/Lehrsupport besteht. Koordination, Dokumentation, Monitoring und Controlling des Projektfortschritts, Ressourcenmanagement, Projektberichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt die Projektkoordination in enger Abstimmung mit den Projektmitarbeitenden. Die Projektmitarbeitenden wiederum arbeiten mit Lehrenden, Mitarbeitenden der SkillsLabs, des Praxisamts und Dekanats zusammen und übernehmen inhaltliche Aufgaben wie Konzeption und Materialerstellung, aber auch praktische Tätigkeiten wie Übertragung der Konzepte in den Regelbetrieb. Studierende werden in erster Linie mittels bestehender Formate (Gremienmitarbeit, Meet the Dean-Veranstaltungen), aber auch projektspezifischer Formate einbezogen (Workshops, Evaluation, Jahrestreffen).