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Arbeitsgruppen

Arbeitspaket 1 – Interprofessionelles Lehrkonzept

Die moderne Gesundheitsversorgung funktioniert vor allem durch Arbeiten im Team – und genau deshalb erarbeitet Vision im ersten Arbeitspaket ein Konzept, wie Studierende bestmöglich darauf vorbereit werden können. Bereits jetzt werden die fünf Studiengänge durch gemeinsame Lehrangebote in medizinischen und wissenschaftlichen Grundlagen miteinander verknüpft (IC Module). Auch praktisch lernen die Studierenden mittels realitätsnaher Simulationen im SkillsLab frühzeitig, professionsübergreifend zusammenzuarbeiten und unterschiedliche Perspektiven der Versorgung einzubeziehen.

Insbesondere richtet sich der Blick aber auch in die Zukunft: Themen wie Telemedizin, digitale Gesundheitsanwendungen, elektronische Patientenakten, Künstliche Intelligenz und Big Data werden ebenso integriert wie gesellschaftliche Aspekte rund um Diversität und die unterschiedlichen Bedürfnisse von PatientInnen.

Ziel ist ein ganzheitliches, verbindendes Curriculum für alle fünf Studiengänge, bei der alle Disziplinen gleichmäßig von den Lehrinhalten profitieren. Auf diese Weise entsteht am Fachbereich eine moderne, interprofessionelle Ausbildung, die Studierende gezielt auf die Anforderungen einer zunehmend vernetzten Gesundheitsversorgung vorbereitet.

Maßnahmen:

  • Bestandsaufnahme und Konzeption
  • Erstellung bzw. Anpassung von Modulen
  • Durchführung Reakkreditierung

Arbeitspaket 2 – SkillsLab

2023 feierte der Fachbereich die Eröffnung eines hochmodernen, interdisziplinären SkillsLabs direkt auf dem Hochschulgelände, in dem die Studierenden seither praxisnah in unterschiedlichsten Fallbeispielen berufsspezifische Tätigkeiten und Einsatzsituationen trainieren. Es beinhaltet PatientInnensimulatoren für realistische Geburts-, Pflege- und Reanimationssimulationen, gerätegestützte Physiotherapieausrüstung und kreative Lernräume für die Ergotherapie. Eine klassische Bad- und Wohnraumausstattung ermöglicht die interprofessionelle Simulation verschiedenster Lernsituationen, von der ambulanten Pflege bis zur häuslichen Notfallsituation.

Vision entwickelt hierfür ein umfassendes Konzept, das in Form von einfachen Übungen bis hin zu komplexen interprofessionellen Szenarien Studierende auf den Berufsalltag vorbereitet - fachliche Sicherheit, Teamarbeit und Handlungskompetenz stehen dabei im Fokus. In einem geschützten Raum lernen Studierende von Beginn an, dass Ausprobieren, Fehler machen und Reflexion ausdrücklich wichtige Bestandteile eines Lernprozesses sind. Lehrende werden dahingehend simulationsdidaktisch und technisch geschult, um die Simulationen bestmöglich begleiten zu können.

Das zu entwickelnde interprofessionelle SkillsLab-Konzept dient als Orientierungspunkt, in dem auch Resultate des von der StIL im Rahmen von Freiraum 2025 geförderten Projekts SELFIE eingearbeitet und signifikant erweitert werden. 

Maßnahmen:

  • Bestandsaufnahme und Konzeption
  • Erstellung bzw. Anpassung der Simulationsszenarien
  • Simulationsdidaktischer Support
  • Technischer Support

Arbeitspaket 3 – Berufsqualifikation und SkillsLab-Prüfungen

In den fünf primärqualifizierenden Studiengängen erwerben Studierende neben ihrem akademischen Abschluss auch eine staatlich anerkannte Berufsqualifikation. Ein wichtiger Bestandteil zum Erreichen dieser sind praktische Prüfungen an PatientInnen, in denen komplexe berufliche Situationen sicher und kompetent bewältigt werden müssen.

Künftig sehen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen für solche Prüfungen verstärkt eine simulationsbasierte Durchführung im SkillsLab vor. Dafür entwickelt das Projekt ein einheitliches Prüfungskonzept, das eng mit der praktischen SkillsLab-Lehre verzahnt ist. Einzelne Prüfungsbausteine könnten dabei schrittweise eingeübt und später zu komplexen staatlichen Prüfungsszenarien kombiniert werden.

So werden Studierende gezielt und praxisnah auf ihre Abschlussprüfungen und den späteren Berufsalltag vorbereitet. Gleichzeitig erleichtern standardisierte und KI-gestützte Prozesse die Entwicklung und Anpassung von Prüfungsformaten an aktuell immense organisatorische, fachliche sowie rechtliche Anforderungen.

Ein zu entwickelnder KI-gestützter pedagogical agent soll darüber hinaus dazu beitragen, Prüfungssituationen im geschützten Rahmen wiederholt zu trainieren und das Anforderungsniveau gezielt anzupassen.

Maßnahmen:

  • Bestandsaufnahme, Konzeption und Erstellung modularer Prüfungsbausteine
  • KI-gestützte Weiterentwicklung von Prüfungsbausteinen
  • Konzeption und Erstellung stattlicher Prüfungen
  • Konzeption und Erstellung staatlicher Prüfungen
  • Einsatz und Evaluation staatlicher Prüfungen

Arbeitspaket 4 – Praxisphasen und Praxisbegleitung

Praxis ist ein zentraler Bestandteil der fünf primärqualifizierenden Studiengänge: Rund 2.000 bis 2.500 Stunden verbringen Studierende in unterschiedlichen Einrichtungen und sammeln dort wertvolle Erfahrungen für ihren späteren Beruf.

Die Vielzahl und räumliche Verteilung der Praxispartner stellen Studierende, Lehrende und Einrichtungen jedoch vor organisatorische Herausforderungen. Allerdings ist eine gute Begleitung entscheidend, damit praktische Erfahrungen reflektiert und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Studium verknüpft werden können.

Im Rahmen von Vision wird deshalb ein umfassendes Praxiskonzept entwickelt. Digitale Lösungen sollen die Planung und Koordination der Praxisphasen vereinfachen und die Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Studierenden und Praxispartner verbessern. Ergänzend entstehen neue, teilweise digital unterstützte Betreuungs- und Reflexionsformate.

So sollen Praxisphasen nicht nur effizienter organisiert, sondern noch effektiver als verbindendes Element zwischen wissenschaftlichem Studium und beruflicher Praxis genutzt werden.

Maßnahmen:

  • Entwicklung und Umsetzung organisatorischer Konzept Praxiskoordination
  • Entwicklung und Durchführung Betreuungs- und Reflexionsformate

Arbeitspaket 5 – Masterstudiengang

Für AbsolventInnen primärqualifizierender Gesundheitsstudiengänge gibt es bislang nur wenige Möglichkeiten, ihre akademische Qualifikation in einem konsekutiven Masterstudium fortzusetzen. Genau hier möchte Vision Möglichkeit für Perspektiven schaffen. 

Zwischen dem Fachbereich und der Klinik der Anästhesie und Intensivmedizin der Medizinischen Fakultät an der Universität Jena finden erste Gespräche über ein neues Masterprogramm statt, welches wissenschaftliche Vertiefung und berufliche Praxis eng miteinander verbindet. Initiale Vorabüberlegungen gibt es im Fachbereich für eine Qualifikation zum Advanced Professional Health Practitioner (AHP), die auf die Versorgung von Menschen mit komplexem und interdisziplinärem Unterstützungsbedarf vorbereitet. 

Besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsprofessionen und auf neuen, erweiterten Aufgabenfeldern – zunächst vor allem in intensivmedizinischen Einsatzsituationen. Damit soll das bereits international etablierte Qualifizierungskonzept erstmals strukturiert auch in Deutschland verankert und zugleich eine neue Perspektive für die akademische Weiterentwicklung in den Gesundheitsberufen geschaffen werden.

Maßnahmen:

  • Markt- und Umfeldanalyse
  • Curriculumentwicklung
  • Einrichtung des Studiengangs
  • Aufnahme Lehrbetrieb und Evaluation

Arbeitspaket 6 – Qualifizierung und Bindung akademischen Personals

Die akademischen Gesundheitsberufe sind noch junge Disziplinen; entsprechend herausfordernd ist es, ausreichend qualifiziertes Lehrpersonal zu gewinnen und Professuren langfristig zu besetzen.

Das Projekt setzt deshalb gezielt auf die Förderung und Bindung wissenschaftlichen Nachwuchses. Zwei Qualifizierungswege schaffen neue Perspektiven für eine akademische Karriere: In sogenannten Tandem-Stellen können Lehrende ihre Tätigkeit an der Hochschule mit einer Promotion verbinden. Außerdem bieten Entwicklungsprofessuren den Neuberufenen zusätzliche Freiräume, in denen von Beginn an mit innovativen und praxisnahen Lehrformaten experimentiert und diese potenziell in den Regelbetrieb aufgenommen werden können.

So stärkt das Projekt langfristig die akademische Personalentwicklung und schafft zugleich die Voraussetzungen für eine wissenschaftlich fundierte, innovative und qualitativ hochwertige Lehre in den Gesundheitsstudiengängen.

Maßnahmen:

  • Tandem-Stellen
  • Entwicklungsprofessuren
  • Hochschuldidaktische Begleitung und Dokumentation