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Von Leidenschaft und Berufung - Ein Interview mit Herrn Schuhknecht

Wie sein Traum wahr wurde und was du daraus lernen kannst

Herr Schuhknecht bereichert bereits ab dem 1. Semester alle Betriebswirtschaftsstudenten mit seinem Wissen im Modul „Wirtschaftsenglisch“. Darüber hinaus profitieren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene von seinen Russischkursen. Ich selbst nehme dieses Angebot wahr und kann es allen wissensdurstigen Studenten empfehlen, die ihr Sprachspektrum effektiv erweitern möchten. So entstand die Idee, Herrn Schuhknecht einzuladen, uns Einblicke in sein Leben zu geben und Fragen meiner Kommilitonen zu beantworten...

 

Persönlicher Werdegang & Reflexion


Wie sah Ihr Leben vor Ihrer Tätigkeit an der EAH aus? 

„Neben meinem Lehramtsstudium in den Fächern Englisch und Russisch habe ich erste Lehrerfahrungen in der Erwachsenenbildung sammeln können, was mir sehr viel Spaß gemacht hat."

 
Was hat Sie zu Ihrer Wahl des Bildungsweges bewegt und nicht etwa zu einem ganz anderen Studiengang? 

„Fremdsprachen waren schon immer mein großes Interesse und ich wollte sie gern zum Beruf machen. Außerdem macht es mir Freude, anderen Menschen Dinge zu erklären."


Gibt es einen Lehrer, Professor oder Mentor, an den Sie sich gerne zurückerinnern und warum? 

„An einer Spezialschule für Fremdsprachen hatte ich über mehrere Jahre Unterricht bei muttersprachlichen Lehrkräften. Besonders gern erinnere ich mich an die Polnischlehrerin, die es prima verstanden hat, ganz authentisch Sprache und Landeskunde nahezubringen. Durch Dolmetschereinsätze in den Sommerferien und einen Schüleraustausch konnte ich Kontakte knüpfen, die ich bis heute pflege und die mich immer wieder zu Reisen nach Polen bewegen."


Gab es besondere Momente, Ereignisse oder gar Personen, die Sie nachhaltig prägten? 

„Da fällt mir zuerst die politische Wende 1989 ein. Auf einmal war es möglich, in westeuropäische Länder wie z.B. nach Großbritannien zu reisen, was bis dahin unvorstellbar schien. Im Juli 1990 war ich zum ersten Mal in London. Es war unglaublich, das zu erleben und mit eigenen Augen zu sehen, was ich bis dahin nur aus Büchern und dem Fernsehen kannte und mich immer so faszinierte und das bis heute. Mittlerweile habe ich das Land privat und beruflich sehr oft bereist und habe dort Freunde."


Was hat Sie dazu bewegt, an der EAH zu arbeiten, und was haben Sie im Laufe der Jahre hier schätzen gelernt? 

 „Ich erinnere mich noch sehr gut an die damalige Stellenausschreibung: Lehrkraft für Wirtschaftsenglisch an der Fachhochschule Jena. Das war mein Traumjob: Sprachunterricht für 
Studierende. Diese Tätigkeit macht mir bis heute viel Freude. Die Arbeit mit Studierenden verschiedener Fachbereiche ist sehr abwechslungsreich und herausfordernd zugleich. Besonders 
gefällt mir der Gestaltungsspielraum, Kurse zu gestalten und weiterzuentwickeln, Dinge auszuprobieren und das in einem Team wunderbarer Kolleginnen und Kollegen."


Wenn Sie auf Ihre bisherige Laufbahn zurückblicken: Worauf sind Sie besonders stolz? 

„Es ist einfach schön, junge Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten und zu erfahren, wie sie z.B. durch Praktika im Berufsleben Fuss fassen und ihre Sprachkenntnisse im In- und Ausland anwenden können."


Jeder Lehrer hat seinen eigenen Weg, Inhalte, in ihrem Fall eine Fremdsprache, zu vermitteln. An wen oder was orientieren Sie Ihre Didaktik bzw. Methodik? 

„Am wichtigsten ist es mir, dass die Studierenden die Sprache anwenden können. Das lässt sich gut in Diskussionsrunden, Fallstudien und kleinen Projekten trainieren. Damit das funktioniert, muss man natürlich vorher intensiv am entsprechenden Fachwortschatz und der jeweiligen Situation angemessenen Redewendungen intensiv arbeiten."


Für die nächste Generation – Ratschläge & Werte


Welches Leitmotiv, welchen Spruch oder welchen Ratschlag würden Sie den Studenten gerne mit auf den Weg geben? 

„Bleiben Sie sich selbst treu, verfolgen Sie Ihre Ziele beharrlich, bleiben Sie neugierig und halten Sie sich beruflich auf dem Laufenden."

Haben Sie ein persönliches Erfolgsrezept, um Inhalte nachhaltig zu lernen? 

„Wichtig ist es für mich zunächst, die Inhalte zu verstehen und nach Möglichkeit ihre Relevanz zu erfassen sowie mit Interesse und Offenheit an das Lernen heranzugehen und Verbindungen zu 
bereits Bekanntem herzustellen."


Was sollten die Studenten Ihrer Meinung nach tun, um das volle Eigenpotential auszuschöpfen? 

„Meiner Meinung nach sollte man sich kontinuierlich mit den Studieninhalten auseinandersetzen, auch im Austausch mit anderen. Dazu gehört natürlich ein gutes Zeitmanagement, das man sich 
erst einmal erarbeiten muss. Das Studium ist auch eine Zeit des Ausprobierens und man sollte von den angebotenen Möglichkeiten Gebrauch machen und über den eigenen Tellerrand 
hinausschauen."


Persönlich & Ausblick


Wie verbringen Sie ihre Freizeit?  

„In meiner Freizeit bin ich gern in der Natur unterwegs, reise und fotografiere gern."


Welche Sprachen würden Sie gerne noch erlernen? 

„Da ich mich schon mit einer Reihe von Sprachen beschäftigt habe, kommt es mir darauf an, diese aufrecht zu erhalten, denn wie allgemein bekannt müssen ja Sprachkenntnisse gepflegt werden."


Was benötigt die EAH Ihrer Meinung nach, um Sprachen noch effektiver zu lehren? 

„Ich denke, dass wir an der EAH gute Bedingungen für einen effektiven Sprachunterricht haben. Sicherlich werden Technologie und Digitalisierung den Sprachunterricht unterstützend weiterentwickeln, im Mittelpunkt muss jedoch die Interaktion zwischen Menschen stehen."


Was wünschen Sie der EAH für die Zukunft?

„Ich wünsche, dass die EAH mit ihrer bewährten Kombination aus guter Lehre und praxisorientierter Forschung weiterhin erfolgreich ihren Weg gehen wird und eine attraktive, immer an den Erfordernissen der Berufswelt orientierte Studiengänge anbietet, die junge Leute dazu motiviert, hier zu studieren."

 

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Schuhknecht für die spannenden Einblicke in seinen Werdegang und seine Ratschläge. Vielleicht inspiriert dieses Interview euch, neue Sprachen zu entdecken und die vielfältigen Angebote an unserer Hochschule zu nutzen.

Text un Foto: Martin Paschold