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Exkursion nach Hamburg SS 2010

Diesmal begrüßte schon nach kurzer Fahrzeit die Deutsche Bahn AG die 40 „Mann“ starke Gruppe in Ihrem Dessauer Instandhaltungswerk. Das Werk mit seinen ca. 1000 Mitarbeitern ist nicht nur der größte Arbeitgeber der Region, sondern auch führendes Unternehmen im Bereich der Instandhaltung von E-Lokomotiven mit dem Schwerpunkt Antriebsstrang, sowohl elektrisch als auch mechanisch. Mit Schutzhelmen ausgestattet und in zwei Gruppen geteilt, wurden wir von zwei Mitarbeitern mit mehr als 30jähriger Erfahrung durch das Werk geführt. In den verschiedenen Fertigungsbereichen konnten wir u. a. die Transistorenwartung, die Prüfung von Radreifen, den 1,5 t schweren Radscheiben und Achsen sowie deren Ausbesserung besichtigen.

Besonders deutlich zeigte sich, dass die führende Position des Dessauer Werkes auf dem Markt in erster Linie dadurch gesichert ist, dass viele Problemlösungen während des Bearbeitungsprozesses spezifisch durch die Mitarbeiter entwickelt werden.

Anschließend ging die Fahrt weiter nach Hamburg, wo uns auf der Reeperbahn unsere Unterkunft erwartete. Bei einer abendlichen Hafenrundfahrt zeigte der Steuermann, ein alteingesessener Hamburger, uns die Ausmaße des Hamburger Hafens. Neben den technischen und logistischen Anlagen wie dem Schüttguthafen und dem größten Trockendock Europas „Elbe17“, kamen auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten, wie die Speicherstadt, die Dungeons und das Museumsschiff nicht zu kurz.

Eine besondere Erfahrung mit plötzlichen Problemen und deren Lösung durften wir sammeln, als sich ein Tau in der Antriebsschraube unserer Barkasse verfing. Antriebslos trieb das Boot auf eine Kaimauer zu. Der Kapitän hing kopfüber fast im Wasser, um mit einem Stock die Schraube wieder frei zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Mit gesundem Humor und einem Schnaps vom Kapitän harrten wir aus, bis nach über einer Stunde Rettung nahte und die Rundfahrt weiter gehen konnte.

Nach einer kurzen Nacht führte uns die Reise zum nächsten Giganten, dem Flugzeugbauer Airbus. In einem einführenden Vortrag erhielten wir einen kurzen Ein- und Überblick in die Komplexität des Flugzeugbaus, bevor wir in den einzelnen Hallen die verschiedenen Fertigungsstufen eines Flugzeuges vom Typ A320 sehen konnten. Während in der Strukturmontage insbesondere die fachliche Kompetenz hinsichtlich des fertigungsgerechten Einsatzes verschiedener Materialien uns viele neue Aspekte aufzeigte, beeindruckte in der anschließenden Endmontage der ausgeklügelte Produktionsablauf. So wird bei Airbus ein rollendes System eingesetzt, d.h. dass das Flugzeug von Station zu Station weitergegeben und dabei gleichzeitig in zwei Ebenen bearbeitet wird. Mit vielen neuen Eindrücken verließen wir nach knapp drei Stunden das Airbusgelände in Richtung Hamburger Containerhafen.

Die Besichtigung der beiden Containerterminals Altenwerder und Eurogate als letzte Station unserer Reise, zeigte uns die Entwicklung in der Hafentechnik und den Logistikkonzepten der letzten Jahre. Dank hochmoderner Technik und innovativen EDV-Systemen gilt das Containerterminal Altenwerder als eine der modernsten Containerumschlaganlagen der Welt. Während die 15 Containerbrücken noch in Präzisionsarbeit von Hafenarbeitern bedient werden, erfolgt der Umschlag ab der Kaikante vollautomatisch durch fahrerlose Transportsysteme. Mit Vollendung der letzten Ausbaustufe soll ein Umschlag von jährlich ca. 3 Mio. TEU erreicht werden.

Noch größer fällt das Kapazitätswachstum des Eurogate-Terminals aus, welches mit der zukünftigen Erweiterung ein Umschlagsvolumen von sechs Mio. TEU pro Jahr erreichen soll. Der Umschlag erfolgt hier u.a. durch eine Vielzahl von Portalhubwagen (Van Carrier), die betriebsam wie Ameisen die Container an ihre Bestimmungsorte bringen.

Nach Abschluss der sehr informativen Hafenbesichtigung rundete ein Besuch im Seemannsclub „Duckdalben“ das Hafenerlebnis ab. Danach ging für uns die Reise leider schon zurück nach Jena. An dieser Stelle sollen besonders die Organisatoren dieser interessanten und lehrreichen Exkursionen erwähnt werden – Frau Barz und Herr Prof. Dr.-Ing. habil. Engelmann. Mit viel Mühe finden Sie jedes Semester neue Unternehmen und Ziele um uns diese interessanten Fahrten möglich zu machen. So gibt es auch schon einen Ausblick auf das nächste Semester, bei dem die Exkursion uns wohl in den Süden Deutschlands führen wird.