Wissenschaftliche, wirtschaftliche und praktische Relevanz


Michael Unsinn schloss seine Promotion mit sehr gutem Erfolg ab
 
(14. Juli 2017) Michael Unsinn, Masterabsolvent im Fachbereich Maschinenbau der Ernst-Abbe-Hochschule Jena, schloss am 5. Juli dieses Jahres mit der Verteidigung seiner Dissertation zum Thema „Systematische Werkzeugoptimierung beim Hartfräsen im Werkzeug- und Formenbau“ sein Promotionsvorhaben erfolgreich ab. Im Ergebnis des Verfahrens wurde ihm das Gesamtprädikat „magna cum laude“ verliehen.
 
Die Realisierung des Vorhabens erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Fakultät für Maschinenbau der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Die Betreuung übernahm Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. h.c. Dr. h.c. Bernhard Karpuschewski. Seitens der Ernst-Abbe-Hochschule Jena wurde Michael Unsinn von Prof. Dr.-Ing. Marlies Patz betreut. Die Arbeit entstand ohne Promotionsförderung der EAH Jena.
 
Der Gegenstand der Dissertationsschrift besteht in der Generierung einer systematischen Vorgehensweise zur optimalen Gestaltung von Fertigungsprozessen am Beispiel des Einsatzgebiets Vorschlichtfräsen im Werkzeug- und Formenbau. Ausgehend von der Ermittlung des Einsatzverhaltens am Markt befindlicher Werkzeuge erfolgte eine sukzessive Variation relevanter werkzeugseitiger Kenngrößen. Dabei wurden der Schneidstoff, die makro- und mikrogeometrischen Kenngrößen sowie die Beschichtung einbezogen. Experimente zum Einfluss der Zerspanparameter auf das Fertigungsergebnis rundeten das Versuchsprogramm ab. Mit der im Ergebnis der Untersuchungen ermittelten Werkzeugkonfiguration ließ sich unter Einstellung erhöhter Zerspanparameter ein Standweg erzielen, der um 600 % höher als der mit dem bestgeeignetsten Marktwerkzeug erreichte Standweg war.
 
Die Anwendung des von Herrn Unsinn erarbeiteten Leitfadens ermöglicht es produzierenden Unternehmen die Leistungsfähigkeit ihrer Werkzeuge und ihre Fertigungsprozesse schrittweise zu verbessern. Dabei kann der Anwender selbst entscheiden, wie weit er die optimale Gestaltung seiner Werkzeuge bzw. Technologien vorantreiben möchte und welche Teilgebiete er auswählt. Somit besitzt die von Herrn Unsinn erarbeitete Systematik nicht nur eine wissenschaftliche, sondern auch eine hohe wirtschaftliche und praktische Relevanz.
 
Dr. Michael Unsinn war im Anschluss an sein Maschinenbaustudium an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Zerspanung unter Leitung von Prof. Dr. Marlies Patz tätig. Auch nach seinem Ausscheiden aus der EAH Jena ist Herr Unsinn der Werkzeug- und Zerspanungstechnik treu geblieben: Seit dem 1. Oktober 2016 arbeitet er als Fertigungsingenieur für Schleiftechnik und Prozessoptimierung in der LMT Fette Werkzeugtechnik GmbH & Co. KG in Schwarzenbek bei Hamburg.
 
Prof. Dr. Marlies Patz / sn