Erfolgsfaktoren und Hürden interdisziplinärer Modulentwicklung


Workshop zum Thema Interdisziplinarität mit vielen Fragen

Im Rahmen des Qualitätspakt-Lehre Programms des BMBF hat das Projekt
zu einem öffentlichen Workshop am
28. Januar in die EAH Jena eingeladen.
 

Ansprechpartner aus 12 Hochschulen verschiedener Bundesländer sind der Einladung gefolgt und trafen sich zum interessanten Austausch.

Nach drei Impulsvorträgen zu verschiedenen Ansätzen fächerübergreifender Lehre von der Hochschule Coburg, der Ruhr-Universität Bochum und der EAH Jena standen verschiedene Fragestellungen im Raum, die in den anschließenden Arbeitsgruppen näher diskutiert wurden. Die Erfahrungen des Projektes Der Coburger Weg wurden in der Arbeitsgruppe 1 unter dem Titel „Wege ins Curriculum“ ausgewertet. Dazu interessierten die Teilnehmenden besonders die Aspekte, wie die Akzeptanz von Interdisziplinarität in den Hochschulen gefördert, wie eine fachliche Heterogenität produktiv umgesetzt und eine Nachhaltigkeit in der projektinitiierten interdisziplinären Lehre erreicht werden kann.

Unter der Fragestellung „Welches Lehrformat passt für fächerübergreifende Lehre“ tauschten sich die Teilnehmenden der Arbeitsgruppe 2 aus und ließen sich durch die Beispiele des Projektes inSTUDIES, insbesondere dem Format Summer School, inspirieren. Im anschließenden Diskurs standen besonders geeignete Lehrformate für interdisziplinäre Lehre im Fokus, die sich größtenteils durch einen Projektcharakter mit klarer Zielstellung, ausreichender Begleitung, fachlicher Mischung, aber vor allem einen erkennbaren Nutzen für die Studierenden auszeichneten. In den Kleingruppen trugen die Mitwirkenden dazu u.a. Lösungsansätze für den Umgang mit geeigneten Prüfungsformaten, mit unterschiedlichem Vorwissen der Fachrichtungen und Anforderungen an die beteiligten Studiengänge zusammen.

Das abschließende Plenum stand unter der Zielstellung 7 Empfehlungen für die Realisierung interdisziplinärer Module aus den erarbeiteten Ergebnissen abzuleiten:

Erfolgreiche Module so lange wiederholen, bis sie Routine werden, um sie regulär ins Curriculum aufzunehmen und damit die Nachhaltigkeit zu sichern.
 
Qualifizierung speziell für interdisziplinäre Lehre anbieten, als Anreiz für Lehrende.
 
Reputation für interdisziplinäre Lehre entsteht durch Sichtbarkeit, daher gilt es, die Erfolge in geeigneter Weise zu kommunizieren, um die Anerkennung in den Hochschulen dafür zu erhöhen.
 
Zur Akzeptanzsteigerung von interdisziplinärer Lehre empfehlen sich persönliche Gespräche mit den Lehrenden. Dadurch kann auch für die Auswahl der Themen, zu denen fächerübergreifende Lehre stattfinden soll, herausgefunden werden, wofür die Lehrenden „brennen“.
 
Für interdisziplinäre Lehre ist ihre Verankerung in den Studien- und Prüfungsordnungen erforderlich. Die Heterogenität der Studierenden und der Lehrinhalte kann dadurch von der Hürde zum Erfolgsfaktor werden.
 
Interdisziplinarität in der Lehre bedarf für ihr Gelingen Relevanz, ein gemeinsam zu lösendes Problem.
In Modulen/Veranstaltungen mit klar kommuniziertem Projektcharakter und starkem Praxisbezug lässt sich fächerübergreifende Lehre erfahrungsgemäß gut umsetzen.